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Mission Wiederaufstieg mit Konfliktpotenzial

Der FC St. Gallen startet am Samstag gegen SR Delémont als souveräner Leader der Challenge League in die Rückrunde. Friede, Freude, Eierkuchen herrscht dennoch nicht in der Ostschweiz. Die Fans planen einen Stimmungsboykott – weil die Stadionordnung seitens des Vereins verschärft wurde.

Es könnte so harmonisch zu und her gehen beim FC St. Gallen. Der Weg zurück in die Super League hat die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene eindrücklich vorgegleist. Obwohl der Luxemburger zur Bescheidenheit mahnt: "Wir sind noch lange nicht aufgestiegen!" Neun Punkte Vorsprung auf Verfolger Bellinzona. Und im Cup stehen die Grün-Weissen im Viertelfinal – der FCSG ist auf dem Papier der logische Aufsteiger. Ruhe herrscht dennoch keine. Die Fans haben für das erste Spiel gegen Delémont einen Stimmungsboykott angekündigt, wollen aus Protest 90 Minuten durchschweigen.

Härteres, aber auch sinnvolleres Durchgreifen?

Der FC St. Gallen hat am Donnerstag die Einführung einer modifizierten Stadionordnung angekündigt. Einerseits wurde in und rund um das Stadion ein Vermummungsverbot eingeführt, andererseits werden Fans bestraft, "die in der AFG Arena das Abbrennen von Pyro aktiv unterstützen", wie es in einer Medienmitteilung des Vereins heisst. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Die Anhänger, vertreten durch den Dachverband 1879, werfen dem FCSG Willkür vor. Die Regelungen seien zu schwammig formuliert – und die Sicherheitsverantwortlichen würden mit den Änderungen zu viel Macht erhalten. So sei nicht klar festgelegt, wo eine mögliche Vermummung beginne. Ist ein Schal bereits ein potenzielles Vermummungsobjekt? Und auch die mögliche Sanktionierung von unfreiwilligen "Pyro-Beihelfern", die ihre Fahne unwissentlich vor einem Zündenden schwenken könnten, wird harsch kritisiert. Immerhin stehen in der Fankurve des FC St. Gallen an einem Heimspiel jeweils tausende Menschen. "Wir wurden am Mittwochabend vor vollendete Tatsachen gestellt", kritisiert DV-Sprecher Michael Blatter die Verschärfung. Der Verein versucht zu relativieren. Präsident Dölf Früh beschwichtigt: "Friedliche Fans werden nicht betroffen sein!" Helfen tut es nicht wirklich: Die Fans gehen gegen Delémont in einen Stimmungsstreik über, werden nicht singen.

Gezielte Verstärkungen

Von den Fan-Protesten abgesehen, kam der FC St. Gallen in der Winterpause auch auf personeller Ebene nicht zur Ruhe. Mittelfeld-Peitscher Philipp Muntwiler gab seinen Wechsel zum FC Luzern per Saisonende bekannt. Ein Entscheid, den die Ostschweizer zähneknirschend zur Kenntnis nehmen mussten. "Muntis" Vertrag läuft aus – es gibt keine Ablösesumme. Meisterspieler Daniel Imhof wird im Sommer seine Fussballschuhe an den Nagel hängen und seine Karriere beenden. Auch nicht mehr mit von der Partie ist Stürmer Brice Owona, dessen Vertrag Ende des vergangenen Jahres aufgelöst wurde. Im Spätherbst sass der Kameruner wegen Vergewaltigungsvorwürfen für einige Tage in Untersuchungshaft.
Kompensiert wurden die Abgänge durch die Neuverpflichtungen von Marco Mathys (FC Biel) und – erst gestern kommuniziert – Dejan Janjatovic. In Letzteren setzen die St. Galler grosse Hoffnungen, haben ihm einen Vertrag über viereinhalb Jahre verpasst. "Er ist ohne Frage ein sehr talentierter Spieler. Wir wollen ihn gezielt aufbauen", erklärt Trainer Saibene. Janjatovic, ein bald 20-jähriger Deutscher, spielte zuletzt in der zweiten Mannschaft des spanischen Erstligisten Getafe und durchlief zuvor den Nachwuchs von Bayern München. Auch zu Nationalmannschaftswürden kam der Mittelfeldakteur bereits, absolvierte Matches für die U18- und U19-Auswahl des nördlichen Nachbars.

Der ständige Favorit

Auch gegen Delémont gilt Tabellenführer St. Gallen als haushoher Favorit. Im Hinspiel in der Blancherie wurden die Jurassier mühsam mit 2:0 dank Toren von Lehmann und Muntwiler besiegt. Die von Trainer Vittore Bevilacqua Equipe hat akute Abstiegssorgen, belegt derzeit nur den vierzehnten Tabellenrang in der Challenge League. Und Routinier Olivier Baudry musste kürzlich seine Karriere wegen einer Krebserkrankung beenden. Trainer Jeff Saibene erwartet kein leichtes Spiel für seine Farben: "In dieser Liga ist es gegen keinen Gegner einfach", so seine mahnenden Worte. Delémont werde fighten und versuchen, Punkte aus der St. Galler Arena zu entführen. Und ohne die Unterstützung der eigenen Fans wird die Aufgabe nochmals ein wenig ungemütlicher…

Geschrieben am 17.2.2012 um 15:38 Uhr von mla

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Kommentare

Flawiler, Montag, 20.Februar um 15:41 Uhr
@yv
so was von unbelehrbar! Pyros sind nun mal verboten, auch bei uns in der AFG Arena. Wieviel braucht es denn noch, bis das auch der hinderst und letzte begriffen hat? Wenn keine Pyros mehr abgebrannt werden muss auch kein Fahnenschwenker Angst haben. als Helfer verurteilt zu werden. Im Übrigen kann man in den Überwachungsmonitoren bestimmt klar erkennen, wer was absichtlich verdeckt. Ich glaube nicht, dass im Zweifelsfall jemand Stadionverbot bekommt.
yv, Montag, 20.Februar um 10:12 Uhr
So was von sinnlos... Also bekomme ich gleich Stadionverbot wen meine Fahne jemanden "deckt"? Oder mir wird evtl. der Schaal weggenommen, weil er als "Vermummungsmittel" gilt?
Wen das so weitergeht sieht es bei uns in kurzer Zeit so lausig aus wie in Freiburg...
Lasst doch diejenigen zünden die es für nötig halten. Wenn ihr eh auf den Sitzplätzen seit, werden sie euch kaum stören oder "verletzen".
winner, Sonntag, 19.Februar um 12:29 Uhr
Die Stimmung gestern gab einem zu denken. Ein gutes Spiel 6 Tore und teils Ruhe wie auf dem Friedhof. Nach aufmerksamen durch lesen des Flyers, konnte ich persönlich kein Verständnis für die Ultras aufbringen und die pfiffe der restlichen Zuschauer verstehen. Pyros und vermummen sind verboten haltet euch daran oder bleibt zu Hause , SG braucht euch nicht. Pro Pyro freie Fanzonen. Pro
thomas lutz, Samstag, 18.Februar um 22:16 Uhr
die heutige Aktion der Fankurve ist äusserst unnötig und ist unwürdig für einen Anhänger unseres FCSG. Es hat niemand was zu befürchten, wenn man sich anständig verhält - von Willkür gar keine Rede! Pyros sind verboten, wer sich nicht dran hält, der soll bestraft werden. Ich verstehe nicht, weshalb eurerseits nun ein solch grosses und lächerliches Theater veranstaltet wird. Ich finde es äusserst schade, dass hier keinerlei Einsicht vorhanden ist. Hört doch mit diesem Blödsinn auf. Wir sollten uns auf den Aufstieg und dann den Klassenerhalt konzentrieren. Was die Fankurve heute veranstaltet hat, ist unnötig und stösst bei vielen auf Unverständnis. Überlegt euch lîeber mal, weshalb sich der Verein zu einem solchen Schritt entschieden hat. Vermutlich fehlt es auch an eurer Kooperation um diese illegalen Pyros endgültig aus dem Stadion zu verbannen. Also reisst euch am Riemen und gemeinsam können wir wieder Fussballfeste feiern.
Galapagoal, Samstag, 18.Februar um 13:11 Uhr
Wenn es den "Fans" tatsächlich um die Unterstützung der Mannschaft auf dem Platz gehen würde, müssten sie keine solch kindische Trotzreaktion zeigen und auf akustische und optische Unterstützung verzichten. Keine Pyros - keine Beihelfer...
Dropkick, Samstag, 18.Februar um 10:35 Uhr
Gratulation an Herr Peischel das sind super Verstärkungen! Wenn es dem fcsg nun noch gelingt sich auf beiden Aussenback Positionenen zu verstärken (D.Iapichino Lugano) plus im Sturm zusätzlich noch eine Rakete (Cavusevic,Sadiku) holen kann; wow dann geht die Post erst richtig ab. Da entsteht eine junge hungrige super Truppe, welche auch in der Super-League für Furore sorgen wird.

Hopp SanGalllä!
thomas lutz, Samstag, 18.Februar um 10:17 Uhr
Ich kann das Vorgehen der Vereinsführung verstehen und kann dies auch unterstützen. Bitte macht euch mal gedanken, wieviel Bussgeld für das Abfackeln der Pyros jede Saison der Verein zahlen muss. Unser FC kämpft jedes Jahr mit Geldproblemen und diese Bussen sind unnötige Ausgabenposten, welche lieber für sinnvolleres ausgegeben werden sollte. Ich begreife euch Fans nicht. Gute Stimmung kann man auch ohne das Abfackeln von den gefährlichen und illegalen Pyros. Wann begreift ihr das endlich? Gute Fans unterstützen den FC vorbehaltlos und halten sich an die Spielregeln. Auf die schwarzen Schafe können wir gerne verzichten,
saul, Freitag, 17.Februar um 21:37 Uhr
Schade, dass die Vereinsführung nicht einsieht, dass Handreichung zur Willkür nur kontraproduktiv ist. Man sollte meinen, sie hätten aus dem Eigentor Choreoverbot gelernt... Es ist einfach zum Kotzen. Auf der einen Seite gibts vereinzelte Fans, die einfach nicht wissen wie blöd man noch tun könnte (anscheinend vor allem bei Zürcher Vereinen) und die von den Besonneren auch selten davon abgehalten werden... andererseits merken die Herren in den Teppichetagen einfach nicht, dass es nicht "ihr" Stadion ist und man nicht willkürlich und konsequenzlos Verbote aussprechen kann - und das müssen diese Herren genauso lernen wie die Zünder. Mehr Wille zum Kompromiss wäre beiden Seiten zu wünschen...
algiva, Freitag, 17.Februar um 16:02 Uhr
Appell an alle Fans, die gegen diesen Boykott sind:

Zeigen wir den Espenblock-Jungs, dass auch ohne Pauke, ohne Gesang und ohne Pyros eine super Stimmung im Stadion herrschen kann, und auch ohne Choreo (leider).

Lassen wir uns vom Spielverlauf begeistern und bei jedem Angriff spontan aber bewusst in Stimmung bringen.

Es wäre toll wenn alle Sektoren, Cüpli-Trinker inklusive, sich aktiv beteiligen würden und die Stimmbänder vibrieren lassen würden. Das tut gut auch gegen der eisigen Kälte ;-)

Schade, dass die Boykottierenden nicht einsehen, dass eine solche Entscheidung eher kontraproduktiv ist.

Also, in diesem Sinne, alle in die AFG-Arena mit lautstarker Stimme!!


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