Nach dem grossen Jubel nach dem Cup-Erfolg gegen den FC Zürich (4:2) erwartet den FC St. Gallen am Samstag gegen Stade Nyonnais wieder der triste Alltag in der Challenge League. Und die Pflicht, gegen den Underdog gewinnen zu müssen.
"Es ist einfacher gegen eine Mannschaft wie den FCZ zu spielen", sagt FCSG-Trainer Jeff Saibene. Diese seien als Super-League-Team zwar spielerisch schwieriger zu knacken, würden ihrerseits aber auch eine offensivere Spielkultur an den Tag legen. Anders ist das eine Liga tiefer. "Die meisten Gegner in der Challenge League stehen einfach hinten rein. Das ist daher nie eine einfache Aufgabe für uns. Wir müssen stets das Spiel machen", so Saibene. In der Meisterschaft ist dies zuletzt nicht zufriedenstellend gelungen, in den beiden letzten Spielen resultierte gegen Chiasso (0:1) eine Niederlage und bei Aarau (2:2) auch "nur" ein Unentschieden. Verteidiger Philippe Montandon hofft aber, "dass uns der Sieg gegen Zürich auch in der Meisterschaft Schwung verleihen wird."
Nyon mit viel Selbstvertrauen
Die Gäste aus der Waadt können – wie die St. Galler – mit ihrem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden sein. Mit einem der kleinsten Budgets angetreten, ist Stade Nyonnais im heissen Rennen um den Ligaerhalt keineswegs chancenlos. Die Truppe von Ex-Xamax-Trainer Jean-Michel Aeby belegt derzeit den neunten Rang im Klassement; hat aber ein Match mehr auf dem Konto als die direkte Konkurrenz. Zuletzt gewann die Mannschaft, deren Stadion vis-à-vis vom UEFA-Hauptsitz liegt, gegen Kriens (3:0) und den Romand-Vergleich mit Delémont (1:0). Trainer Aeby fordert in der welschen Presse: "Wir werden sehr diszipliniert auftreten müssen, wenn wir gegen St. Gallen eine Chance haben wollen."
Nushi gesperrt, Etoundi fraglich
In der Geschichte sind St. Gallen und Nyon erst zweimal aufeinandergetroffen. Beide Vergleiche fanden in der Saison 2008/09 statt – die Espen gewannen beide Matches. Das Heimspiel im August 2008 Arena gewannen sie dank Dabo, der doppelt traf, und Costanzo mit 3:0. Im darauffolgenden Frühling resultierte ein 4:1-Auswärtserfolg. Costanzo, Merenda, Zellweger und Dabo hiessen die Torschützen für die Grün-Weissen. Das aktuelle Duell dürfte aber kein Zuckerschleck werden, wie Trainer Jeff Saibene weiss. "Ich erwarte einen topmotivierten Gegner", sagt der Luxemburger. Personell wird er dabei wohl Franck Etoundi schonen. Der Stürmer hatte sich im Cup-Spiel eine starke Fussgelenkprellung zugezogen. Immerhin erwies sich die Vermutung einer Bänderverletzung als falsch. Auch nicht mit von der Partie sein wird Kristian Nushi, der seine dritte und letzte Rotsperre absitzen muss, sowie der verletzte Defensivmann Simon Roduner.
Geschrieben am 2.12.2011 um 15:10 Uhr von mla