In einer umkämpften Partie behielt der Aussenseiter die Oberhand. Der FC St. Gallen verdiente sich den ersten Sieg seit knapp drei Jahren gegen den FC Basel mit einer leidenschaftlichen Leistung und der notwendigen Kaltblütigkeit vor dem Basler Goal.
"Der zwölfte Mann ist uns grösster Trumpf“, hatte St. Gallens Trainer Uli Forte im Vorfeld der Partie gesagt. Und tatsächlich waren es die leidenschaftlichen Supporter, die den FCSG wie schon vor einem Jahr zu einem 2:0-Startsieg gegen Basel brüllten. Anders als zum Auftakt in der Challenge League gegen Concordia war dieses Mal allerdings der grosse FC Basel in der ausverkauften Arena zu Gast.
Nachdem der FC Basel in der ersten halben Stunde die spielerisch feinere Klinge geführt hatte, kam der FC St. Gallen gegen Ende der ersten Halbzeit je länger je besser in die Partie. Die einzige gefährliche Torchance vergab Abwehrhüne Jiri Koubsky, der nach einem Eckball das freistehende Goal von Basels Schlussmann Costanzo nur knapp verfehlte. Auch wenn es mit einer Nullnummer in die Pause ging, erkämpften sich die Einheimischen Vorteile im Mittelfeld. Nushi wirbelte auf links und Muntwiler fiel zentral als überragender Fighter auf.
Frick trifft bei Debüt
Der zweite Spielabschnitt begann mit einem Paukenschlag: Fünf Minuten waren gespielt, als Merenda Zé Vitor auf dem rechten Flügel lancierte und dieser Neuzugang Mario Frick optimal in den Lauf anspielte. Der flinke Liechtensteiner liess sich nicht zweimal bitten, kam seinem Gegenspieler in Rot-Blau zuvor, und spitzelte den Ball zum aufgrund der Spielanteile verdienten 1:0 ins Goal. "Es ist wunderbar, mich gleich mit einem Goal in St. Gallen zurückmelden zu können“, sagte Frick nach Abpfiff mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.
In der Folge übernahmen die Gäste vom Rheinknie zusehends das Spieldiktat. Erst der St. Galler Führungstreffer schien die zuvor passiven Favoriten aus Basel aus ihrem fussballerischen Dornröschenschlaf zu reissen. Ein Treffer kam jedoch nicht zu Stande, da FCSG-Keeper Lopar zwei Mal überragend intervenierte und den Baslern im Abschluss das letzte Quäntchen Glück abging. Nur so ist es zu erklären, dass Marco Streller aus bester Abschlussposition – er stand alleine vor Lopar – beinahe schon meilenweit am Ostschweizer Kasten vorbei schoss.
Costanzos Traumtor
Die Entscheidung fiel in einer turbulenten Schlussphase. Moreno Costanzo, die überragende Notlösung im St. Galler Mittelfeld, schoss seine Mannen in der 82. Minute zum Sieg. Und wie! Das 21-jährige Nachwuchstalent brachte einen Freistoss aus rund 25 Metern spektakulär im Basler Goalwinkel unter. Seinem Namensgenossen im Basler Goal liess er dabei nicht den Hauch einer Chance. "Ich habe oft Freistösse trainiert; jetzt hat es sich ausbezahlt“, freute sich Moreno Costanzo über sein Traumtor.
Als schlechter Verlierer entpuppte sich gleich nach dem 2:0 der Basler Benjamin Huggel. Der Nationalspieler kam sich mit dem eingewechselten Cáceres in die Haare und liess diesen zu Boden sinken. Der sehr souveräne Schiedsrichter Busacca zögerte keine Sekunde und stellte Huggel mit einer roten Karte vom Platz. Danach stand der FC St. Gallen dem 3:0 näher als der Favorit dem Anschlussgoal, ehe kurz darauf Schluss war in der St. Galler Arena, die sich zwischenzeitlich in ein kollektives Tollhaus verwandelt hatte. Überglücklich war auch St. Gallens Trainer Forte: "Wir hatten von Anfang keine Chance. Und diese haben wir genutzt!“
St. Gallen - Basel 2:0 (0:0)
AFG Arena. - 19 500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Busacca.
Tore: 51. Frick 1:0. 82. Moreno Costanzo 2:0.
St. Gallen: Lopar; Zellweger, Koubsky, Schenkel, De Souza; Zé Vitor (86. Hämmerli), Moreno Costanzo, Muntwiler, Nushi (78. Martic); Frick, Merenda (71. Cáceres).
Basel: Franco Costanzo; Inkoom, Ferati, Atan, Safari (79. Perovic); Huggel; Sahin (73. Mustafi), Da Silva, Stocker (62. Shaqiri); Almerares, Streller.
Bemerkungen: St. Gallen ohne Haas, Knöpfel, Kollar, Winter (alle verletzt), Frei (nicht spielberechtigt), FCB ohne Chipperfield, Abraham, Marque, Carlitos, Zanni (alle verletzt). 83. Rot gegen Huggel (Tätlichkeit). Verwarnungen: 38. Stocker, 43. Moreno Costanzo, 45. Koubsky, 60. Inkoom, 81. Ferati (alle Foul), 83. Cáceres (Spielverzögerung), 93. Mustafi (Foul).
Geschrieben am 12.7.2009 um 23:28 Uhr von mla