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Espenblog: Gefühlslage in zwei Sätzen

Nach dem 1:1 gegen Sion atmen einige Fans bereits auf. War dieser Punktgewinn der Beginn einer Aufwärtstendenz? Oder eben doch nur eine Ausnahmeerscheinung?

St. Gallen-Winkeln eine Stunde nach Spielende. Zwei gestandene Männer dem Bahnhof entgegen. Ihrem Erscheinungsbild zufolge hatten sie den Match auf der Gegentribüne verfolgt. Einerseits deutlich zu alt für die Stehplätze, andererseits zu wenig snobbig für die Haupttribüne. Wie dem auch sei. Einer meint: "Das Spiel hat mir eigentlich ganz gut gefallen, es scheint aufwärts zu gehen." Sein Kollege stimmt subito mit Kopfnicken zu und fügt an: "Jetzt fehlt uns nur noch die Kohle!" Und dem stimmt sein Gesprächspartner eben so prompt zu. Ist das so? Kann die Ausgangslage des FC St. Gallen wirklich in nur zwei Sätzen umschrieben werden. Natürlich nicht. Das wäre ja auch zu schön. Oder etwa doch?

Beginnen wir die Geschichte von vorne: Tatsächlich deutete der FCSG auf dem Rasen eine allmähliche Aufwärtstendenz an. Bei Tim Bakens war die Leistungssteigerung am auffälligsten. Der Holländer spielt sich von Auftritt zu Auftritt immer besser in die Mannschaft, hätte mit etwas Glück sogar seinen ersten Treffer erzielen können. Immerhin klatsche sein Kopfball dieses Mal an den Pfosten des "richtigen" Goals. Positiv war auch die Attitüde von Adrian Winter, der sich im erstmals praktizierten 4-3-3 pudelwohl zu fühlen schien. Winter könne sich dank dieser Aufstellung besser "austoben", kommentierte Trainer Uli Forte.

Von Austoben kann bei Sandro Calabro weiterhin nicht die Rede sein. Von "Blick" bei seiner Verpflichtung als "Tulpenbomber" angekündigt, entwickelt sich der Stürmer je länger je mehr zum Chancentod und Tulpenpflücker. Sein Rückpass zu Sion-Goalie Vanins setzte einer - vorsichtig formuliert - äusserst schwachen Leistung die Krone auf. Calabro würde der Knoten nach einem Goal aufgehen, spekuliert Forte. Für Calabro selbst, der immerhin der deutschen Sprache mächtig ist, bleibt zu hoffen, dass er sich nicht zu einem zweiten Owona entwickelt. Dieser wird derzeit gar nicht mehr eingesetzt, was wohl auch besser ist. Die jungen Wilden, Sutter und Cicek, kommen so zu mehr Einsatzzeit. Und zeigen sogleich auch, dass sie etwas auf dem Kasten, respektive in den Füssen, haben. Ein Beweis, den Owona bis dato stets schuldig blieb.

Abseits des Rasens zogen die Fans im Espenblock einen starken Tag ein. Offensichtlich ist weniger mehr. Je mehr Fans aus Enttäuschung den Spielen fernbleiben, desto besser wird die Stimmung im Fansektor. Der Auftritt war - von aussen betrachtet - jedenfalls der lauteste seit langem. Die Zuschauerzahl liefert aber dennoch Stoff für heisse Diskussionen. Nicht einmal 10'000 Zuschauer "verirrten" sich in die Arena im Westen. Der vom Verein angepeilte Schnitt von rund 14'000 Nasen bleibt wohl utopisches Wunschdenken. Und das ist auch gut so. Denn nur so wächst der Druck auf die Führungsmänner in der Teppichetage an. Nur in finanzieller Notlage werden wohl die effektiven Zahlen der Betriebs AG jemals den Weg an eine breite Öffentlichkeit finden.

Von der Transferfront gibt es weiterhin nichts Neues zu berichten. Der argentinische Testspieler durfte bereits wieder nach Südamerika zurückreisen. "Passte nicht ins Anforderungsprofil", heisst es von Vereinsseite. Tatsächlich entwickelt sich die Suche nach einem neuen Mittelfeldakteur allmählich zu einer Never-Ending-Story. Uli Forte zeigt sich überzeugt, bis zum internationalen Transferschluss am 31. August einen geeigneten Kandidaten ausfindig zu machen. Ein Ausländer soll es sein. Schon wieder. Denn der Schweizer Markt sei, gemäss Forte, zu klein um eine echte Verstärkung für den FCSG ausfindig machen zu können. Die Zeit drängt also, gleichzeitig will man keine Schnellschüsse machen. "Panik ist ein schlechter Freund", so Forte. Und da hat er durchaus recht. Und wenn er das Wort "Panik" in einem zweiten Satz noch durch "Die Betriebs AG" ersetzen würde, dann hätte er die Gefühlslage beim FCSG wohl wirklich perfekt umschrieben. Davon können die beiden anfangs erwähnten "Gegentribünler" nur träumen.

Geschrieben am 22.8.2010 um 00:39 Uhr von mla

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Kommentare

Ribbel, Montag, 23.August um 11:29 Uhr
Jep... der Espenblock hat wirklich ein dickes Lob verdient - einsame Spitze!!! Macht weiter so und puscht unsere Jungs nach vorne. Wir versuchen auch immer wieder den C-Sektor zu animieren... naja... fehlt noch einiges!
Phil, Sonntag, 22.August um 23:13 Uhr
was heisst hier aus enttäuschung nicht mehr in den espenblog gehen... hat weniger was mit den resultaten als den neuen preisen zu tun. recht so, wenn sich das "volk" nicht mehr alles gefallen lässt.
fcsg , Sonntag, 22.August um 18:49 Uhr
riese stimmig gsi
richtig gail gsi
=))
& wieder mol en punktgwn obwohl nochli meh drin glige wär :D
Top, Sonntag, 22.August um 14:09 Uhr
Absolut top unsere fans!! 90min super unser team unterstüzt! Danke
paul, Sonntag, 22.August um 11:34 Uhr
dieser espenblog ist wiederum ein voller genuß!
danke an den, die macher!


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